Ja Ja(hr) wunderbar... 2009

Veröffentlicht auf von die Krisch

Ja Ja(hr) wunderbar...2009

Der Hammer! 15cm Schnee und das mitten in NRW – hab ich echt seit Jahren nicht gesehen. Und wenn so 2009 beginnt bin ich mal gespannt was uns noch so erwartet. Aus dieser Sicht ein schöner Beginn – andererseits, wenn wir in den sogenannten „nahen Osten“ oder an die Küste von Somalia schauen wird mir doch ganz anders!  Womit die Liste der „Schauplätze sicherlich nur begonnen, aber nicht vollendet ist.

Und wir haben ja in der BRD das Superwahljahr Europawahlen, Landtagswahlen (zumindest in NRW) und Bundestagswahlen. Man hat in NRW beschlossen die Europawahlen mit den Landtagswahlen zusammenzulegen und dafür flux ein Gesetz geändert – wie klug- wo sich doch quasi kein Mensch für Europa(wahlen) interessiert. Überhaupt, was ist eigentlich Europa???

Ich habe mich im Verlauf des Studiums mehrfach mit Europa beschäftigt – meistens auf der politischen und institutionellen Ebene. Aber heute frage ich mich, wo denn das Emotionale bleibt? Vermutlich bleiben wir alle emotional unserem Heimatland verbunden. Mich selbst als Europäer zu bezeichnen kommt nur in Frage, wenn ich mir vorstelle, dass ich jemanden treffe, der keine Länder sondern nur Kontinente kennt. Ansonsten bleibe ich wohl die Deutsche, der man mehr oder minder weltweit den Stempel aufdrückt besonders pünktlich, fleißig und ordentlich zu sein. Da mag sich jeder mehr oder weniger angesprochen fühlen. Letztlich ist es ja so, dass unser Export gar nicht mal so schlecht ist. Deutsche Produkte mit dem Prädikat „Made in Germany“ gehen weg wie warme Semmeln – klar, schließlich haben da die fleißigen, pünktlichen und ordentlichen dran mitgearbeitet. Blöder Weise ist unser Import auch nicht zu verachten, was dazu führt das wir auch in diesem Bereich „meisterverdächtig“ gut (?) sind.

Aber zurück zum Gefühl und der Frage ob wir so etwas wie eine europäische Identität brauchen oder eben nicht? Das größte Hindernis auf dem Weg zu einem „Ich bin ein Europäer“ ist wohl das wir keinen gemeinsamen Kulturkreis erkennen können. Wer weiß schon wirklich ob Bulgaren und Rumänen sich einen Tannenbaum zur Weihnachtszeit ins Wohnzimmer stellen und ob Kinder zu den Heiligen drei Königen von Haus zu Haus ziehen? Wer weiß ob man in Polen, Frankreich, Belgien oder Spanien Eier zu Ostern versteckt? An dieser Stelle sei erwähnt, dass Eier früher auch als Fleisch galten und deshalb in der Fastenzeit nicht gegessen wurden  – daher hat man sie abgekocht um sie nach der Fastenzeit noch essen zu können. Ahhh ich schweife ab!

Einen Kulturkreis zu definieren ist schwierig, wenn wir es ausschließlich über die Religion machen – wäre das wohl das endgültige Aus für den lange versprochenen Beitritt der Türkei. Klar ist Religion nicht das einzige Kulturmerkmal, aber eben auch keines, dass man ohne weiteres vernachlässigen kann. Okay suchen wir also den kleinsten gemeinsamen Nenner aller EU-Mitglieder. Und schon sind wir wieder bei den wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten, die wir deutlicher wahrnehmen können als kulturelle. Alle EU-Mitglieder haben das gemeinsame Interesse, wirtschaftlich, politisch und institutionell stabil zu sein und zu bleiben. Sie sind einander Partner in Krisenzeiten. Also im Grunde nicht mehr als eine Zweckehe??? Solche gemeinsamen nicht zu verleugnenden Aspekte prägen unser aller Bild der EU als zweckgebundene Gemeinschaft. Wir präsentieren uns in der Welt als Einheit und sind doch im Innern viele Einzelne. Ich sage nicht, dass wir unbedingt eine gemeinsame Leitkutur brauchen – aber wir benötigen einen erweiterten Blick auf unsere jetzigen und zukünftigen Partner in der EU. Dieser Blick sollte über das bloße Abklopfen des wirtschaftlichen Potentials eines Beitrittskandidaten hinaus gehen.

Und wer weiß jetzt, ob man in der gesamten EU Eier zu Ostern versteckt???

In diesem Sinne, lieber Gruß aus dem verschneiten NRW
die Krisch

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druide 03/14/2009 08:19

hallo krisch, ich glaube, du solltest bei mir was abholen!! gruss druide

die Krisch 04/27/2012 11:51



immernoch?